It was so random - Ein Reisebericht aus Atlanta

(24.03. - 01.04.)

Er ging als Letzter und er schrieb als Erster. Sein Bericht ist spannender als alle meine bisherigen Berichte zusammen… und länger. Lasst euch entführen in meine Welt und seht sie mit seinen Augen: willkommen im großen Abenteuer der letzten Woche!

Übrigens: Die im folgenden Bericht immer wieder bekundete Unzufriedenheit mit der angeblich pekigen Unterflächenbeschaffenheit diverser amerikanischer Alltagsgegenstände begründet sich keineswegs durch eine reale Verschmutzung. Der Autor hat klebrige Hände!

Nun aber viel Spaß beim ersten offiziellen Gastblog auf www.unplaqued.de!

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Ein Gast-Beitrag von Der.Werner

Atlanta WUMZurück aus Atlanta möchte ich nun das fast Unmögliche wagen und meine Erlebnisse in Worte fassen. Vorweg sei schon einmal verraten, dass mir das ganz sicher nicht gelingen wird, denn es war einfach eine unheimlich geile Woche mit vielen Ereignissen und Erfahrungen, wovon ich ein paar auch einfach für mich behalten werde, da sie außer meinem lieben Freund Melvin und den anderen Halunken, die dabei waren, sowieso niemand verstehen würde. WUM war wieder vereint und ich hoffe, ihr habt euch Zeit zum Lesen mitgebracht! Eine kürzere Form als “GEILE ZEIT!” werdet ihr nicht finden. Den Link zu den Fotos gibt es ganz unten. Und jetzt geht es los…

Mein Flugzeug - okay es gehört Air France, aber so klingt es besser - landet planmäßig in Atlanta. Nach einer riesigen Schlange am Schalter der Homeland Security und einigen weiteren Koffer- und Leibesvisitationen betrete ich mit prall gefüllter Blase die Empfangshalle. Zahlreiche Leute starren mich wie in Melvins vorher getätigter Beschreibung an und versuchen wie wild ihren Freund, Sohn, Schwiegersohn oder was auch immer in mir zu erkennen. Freundlich lächel ich zurück Atlanta Hello Kittyund versuche irgendwo Melvin zu entdecken. Auf einer Bank wollte er mit einer Blume sitzen…eine Blume?…nein!….es ist ein schwebender mit Helium gefüllter “Hello Kitty Happy Birthday” Luftballon! Lachend halle ich durch die Halle und dackel wie blöde mit dem Ballon in der Hand und Melvin zu meiner Rechten zur Marta (das ist das Verkehrssystem dort Bus/U-Bahn). Natürlich nicht ohne vorher die Blase zu leeren. Ich war froh, dass die U-Bahn klimatisiert war. Ich wusste zwar, dass Melvin gesagt hat ich solle mir kurze Hosen einpacken, aber hey - wir kennen doch Melvin! ;) Schöner Mist, ich habe geschwitzt - warum habe ich nur 3 Jacken und 2 lange Hosen noch eingepackt??? In Melvins Appartement - im 7. Stock eines Hochhauses -Atlanta Hochhaus angekommen lerne ich seinen Mitbewohner Elliott kennen. Elliott ist ein kleiner wilder Wirbelwind der einfach unheimlich komisch und durchgedreht ist. “Waaaaaaaaassss ihr kennt Elliott nicht?????!!!!!!” - das schreibe ich auf eure “Beschämt-List” ;-) - ähh jaa - wo war ich stehengeblieben?

Weiter ging es dann mit einer kurzen Erfrischungs-Dusche, wobei ich hier erstmal einen Lachanfall im Wannenbecken bekommen habe. Ich stehe also da so nackig wie ich zur Welt kam bei zugezogenem Duschvorhang und ohne Brille vor den Armaturen und habe keinen blassen Schimmer wie ich nun Wasser aus dem oberen Kopf laufen lasse.Atlanta Duschknopf Ich drehe den Knopf hin und her, drücke da was rein und drehe wieder, es knackt hier, es knackt da. Ich musste so fürchterlich anfangen für mich zu lachen. Naja und dann kam plötzlich nach einer kräftigen Zugbewegung des Knopfes schönes KALTES Wasser aus dem nicht verstellbaren Duschkopf gesprudelt. Herrlich!

Atlanta Emory CampusAm Abend haben wir eine Tour über den Campus der Emory University gemacht und sind bei “Everybodys” zum Essen eingekehrt. Lecker Pizza gab es! Melvin hatte ne Lasagne. Hier habe ich dann auch gleich die Besonderheiten einer amerikanischen Verpflegungseinrichtung kennengelernt - man wartet auf die Bedienung, die einen zum Platz führt, es sei denn es steht ausdrücklich geschrieben, dass man sich selbst nen Platz suchen soll, weiterhin gibt es kostenloses leckeres mit Chlor versetztes stilles Wasser für jeden dazu, Getränke werden meist ständig nachgefüllt; man muss bei den Preisen bedenken, dass noch die Steuer mit drauf kommt und man muss am Ende 20% Trinkgeld noch auf den Rechnungsbetrag aufschlagen.

Atlanta Melvin WasserpfeifeDen Abend haben wir auf dem Balkon mit einer Shischa und viel Geplaudere ausklingen lassen. Aufgrund der Zeitverschiebung war es dann in Deutschland schon 6 Uhr morgens und so wollte ich Sabrina noch mal kurz vor ihrer Frühschicht anrufen: “Guten Morgen Schatz - ähhh hast du noch geschlafen? Ich dachte du hättest Frühschicht! - Uppps!”

Während Melvin nach seiner ersten Nacht auf der Couch im Flur schon auf der Arbeit war, habe ich mich langsam aus seinem Bett gepuhlt und mich nach einer Dusche - wo ich ja nun wusste wie das Mistding in Betrieb genommen wird - zum Frühstücken auf den Balkon gesetzt habe. Hier habe ich keinen großen Wert daraufgelegt mit einer riesen Kakerlake Bekanntschaft zu schließen und bin ganz schnell wieder nach drinnen geflitzt und habe die Tür verrammelt und verriegelt! Ihhhh pfuiiii!
Ich sitze da so auf dem Bett und lese das Buch von Hape Kerkeling - welches Melvin, wie wir festgestellt haben, im übrigen auch liest - als Ryan da so über den Flur schlendert. Ryan ist Melvins 2. männlicher Mitbewohner. Ich habe ihn am Abend zuvor schon ganz kurz kennengelernt. Er ist heute morgen aber nicht sehr gesprächig und verkrümelt sich nach einem “Morning” auch ganz schnell wieder.
Ich jedenfalls mache mich nun auf den Weg um über den Campus zu wandern und bei Starbucks eine heiße Schokolade zu trinken. Dazu nehme ich zuerst das Shuttle um von unserem Teil des Campus auf den anderen Teil zu gelangen. Beim Aussteigen verabschiede ich mich wie von Melvin gelehrt mit den Worten: “Thank you Sir! Have a good one!” - super, es ist eine Frau! Ich flitze schnell weiter und drehe mich auch nicht nochmal um - peinlich!

Atlanta Melvins BueroUm kurz vor 12 Uhr gehe ich zum German Department und suche Melvins Büro auf. Hübsches nettes Büro was unser Teaching Assistant da so hat. Melvin stellt mich einigen - sagen wir doch eher vielen - Leuten vor, welche auch fast alle Deutsch sprechen. Mit Jennifer, Mathias (oder einfach: der Schwede) und Terez gehen wir in die “Mensa”. Hier gibt es einen eigenen BurgerKing Store - ich staune. Ich entscheide mich aber für einen gesunden leckeren Salat von der Salatbar, wobei ich erstmal schön in das unter meinem Tablett klebende Dressing packe - jawoll! Auf der Suche nach einer Serviette und etwas zu trinken renne ich an der Kassiererin vorbei welche in mir einen gemeinen Dieb sieht und beinahe lauthals nach dem FBI schreit.

Bevor wir zu Melvins Klasse gehen, schlendern wir noch über den Campus und erklimmen den Balkon der Bücherei, welcher einen herrlichen Blick über die Umgebung und auf die Skyline von Atlanta preisgibt.
Es ist im übrigen der 1. Tag von “Dooley’s Week”, der Geburtstagswoche des Emory University Maskottchens - ein Skelett. Wir bekommen einen kleinen Wasserball und ein Wasser-Tattoo mit Dooley darauf geschenkt. Feste drücken wir mit ordentlich viel Wasser die lustigen kleinen Bildchen auf unsere Oberarme. Melvin zieht als erstes ab - sieht gut aus. Nun ziehe ich ab - NICHTS - gar nichts ist passiert! Das Bild bleibt auf seinem Papier. Schon blöd,wenn man zu doof ist vorher die Folie abzuziehen - das hat mir aber auch niemand gesagt!

Atlanta ComedianAm Abend geht es in die Kirche. Nicht etwa zum Gottesdienst, sondern zu einem auch in Amerika nicht gerade bekannten - zumindest kannten ihn die Wenigstens - Comedian namens Zach Galifinirgendwas. Elliott unser Schmunzelmonster hat sich vor Lachen kaum halten können und ist wie wild vor Freude über die Kirchenbank getanzt. Melvin hat des Öfteren gelacht und ich habe mich gefreut, dass alle lachen. Ich habe nicht viel verstanden - bis auf den letzten Sketch! Egal, wir haben trotzdem mal nen Foto mit dem gemacht. Kann ja zudem auch noch bekannter werden.

Mit Jennifer und ihrem Freund ging es dann in einen Pub mit ganz vielen Biersorten. Ich wollte wenn schon denn schon mal so ein richtig tolles amerikanisches Bier trinken. Meine Wahl viel auf SweetWater - ein Bier aus Atlanta - mir wird schon ganz schlecht wenn ich nur davon schreibe. Hier meine Anleitung zum selber Brauen: Man nehme ein Glas und fülle es 3/4 mit Wasser aus der Kloschüssel. Nun gibt man ein bis zwei Tropfen Spülmittel hinzu und verziert das Getränk optisch mit einer 3 Wochen alten Zitronenscheibe. Um die richtige Süße zu erhalten noch 4 Tropfen Essig hinzugeben - FERTIG! Probiert das mal - das schmeckt ausgezeichnet …

Im Anschluss an den Pub schauen Melvin und ich nach einer Runde Gesang mit Gitarre auf dem Balkon und dem ersten Kennenlernen seiner Mitbewohnerin Andrea noch in die mitgebrachte DVD von unserer Cats Aufführung hinein, welche stets von einem selbstmordgefährdeten Mädchen über uns unterbrochen wird. Zumindest hallt von dem Balkon über uns in der 8. Etage über eine halbe Stunde hinweg ein fürchterliches Geschluchze. Melvins samariterhaften Kontaktaufnahme Versuche scheitern. - Wir gehen schlafen!

Zum Frühstücken soll es diesmal zum leckeren “Waffle House” gehen. Alle schwärmen davon! Mit dem Flexcar Mietwagen geht es also dorthin. Wir parken, steigen aus, lesen das Schild, steigen wieder ein und fahren weg - toll! Das “Waffle House” hat wegen Renovierungsmaßnahmen geschlossen. Also drehen wir um und wollen in Decatur etwas zum Frühstücken finden. Nach einem ewigen Gekurve und der fast aussichtslosen Suche nach einem Parkplatz gehen wir zu “Sweet Melissas” - ist im übrigen direkt neben dem “Brick-Store” vom Vorabend.
Wir bestellen das gleiche Frühstück, welches die Frau draußen vorm Fenster gerade isst. Ich verrücke meinen Stuhl etwas und greife dabei mal wieder in etwas Klebriges - super! Melvin muss sich beeilen. Wir haben zu lange für die Fahrt und die Suche gebraucht, so dass er nun zurück zur Schule muss, da er selbst Unterricht hat.
Ich esse lecker auf, bezahle brav mit 20% Trinkgeld und gehe zur U-Bahn Station der Marta. Hier möchte ich am Automaten eine Fahrkarte kaufen und lege also mit meinen Eingaben los. Von hinten spricht mich ein Mann an und möchte mir tolle gelbe Karten verkaufen, die ich auch nehmen könnte und die billiger sind- ich bin misstrauisch. Ich will einfach nicht und finde das sehr merkwürdig. 5 Minuten lang versuche ich diesen aufdringlichen Menschen abzuwimmeln - ich denke, dass da was faul sein muss - deutsches Misstrauen halt. Letztendlich sage ich ihm, dass ich ein paar seiner Karten kaufe und ob er auch Kreditkarte akzeptieren würde, da ich kein Kleingeld habe! Ich Schelm! Schon war ich ihn los.

Atlanta CNN CenterDen Tag verbringe ich bis zum Nachmittag alleine in Downtown Atlanta. Genauer gesagt gehe ich durch den Olympia Park und mache eine Studio Tour bei CNN mit. Beides war sehr schön und interessant. Der Olympia Park, weil es erstaunlich ist, wie grün Atlanta sein kann und CNN, weil man halt den größten Nachrichtensender der Welt mit seinen Studios live sehen konnte.

Auf der Rückfahrt sitzt mir ein Mann in der U-Bahn gegenüber, der seine Fingernägel-Pflege betreibt. Oh ist das widerlich!!! Er knipst sich die Nägel ab, welche dann in hohem Bogen durch die Luft und uns anderen Fahrgästen um die Ohren fliegen.

Zurück an der Emory University gucke ich mir Melvins Unterricht mit an. Er hat heute zwei Klassen, die er nacheinander unterrichtet. Er stellt mich als seinen Freund Werner vor und versucht meinen Namen an die Tafel zu schreiben. Wer oder was zum Teufel ist aber bitte “Werzlich”? Das steht da nun nämlich an der Tafel! Es ist wohl eine Mischung aus Wern und Herzlich Willkommen. Genauso ulkig geht der Unterricht weiter. Melvin hat heute das Thema “Anbaggersprüche” im Programm. Drew - das kommt von Andrew - scheint hier ganz schön forsch und direkt zu sein was das Thema betrifft. Sein liebster Anbaggerspruch ist nämlich: “Willst Du mit mir schlafen?”

Wir lernen an diesem Tag noch ein paar interessante Leute kennen. Da wären diese beiden Studenten im Shuttle eine Sitzreihe vor uns. Der eine trägt ein fatal schrecklich aussehendes Hemd und ich verkneife mir eine lautstarke Bemerkung darüber und flüstere es nur leise zu Melvin. Mein Glück! Denn tatsächlich sprechen die beiden unsere Muttersprache! Wie unangenehm - bin ich froh, dass ich die Klappe gehalten habe! Der eine kommt aus Österreich und spricht einen fürchterlich schleimig klingenden streberhaften Akzent. Der andere ist Berliner - wir treffen ihn später wieder und er erzählt uns, dass “Literatur nicht seins wäre” und er nur Zahlen mag und so ein Zeug.

Atlanta CoolRunningsWieseNach dem OpenAir Kino mit dem Film Cool Runnings auf dem Emory-Sportplatz - wo es übrigens kostenlos Pizza, Popcorn, Getränke und ein widerliches Farbstoff Eis namens “SnowCone” gab - treffen wir vor dem Hochhaus auf eine kleine Japanerin. Sie kommt vor Freude springend angelaufen und ruft, während sie telefoniert, “It is soooooo working!”. Sie hat ihr Handy vom Balkon aus dem 9. Stock (oder noch höher?) fallen gelassen und der Gesprächsteilnehmer ist immer noch dran! Technik, die die Welt begeistert!
Im übrigen haben wir vor dem Hochhaus eine kleine Unterhaltung mit Ryan, dem Mitbewohner, geführt. Er hat zugesagt am Samstag mit nach StoneMountain zu kommen. Ich sage Pustekuchen - der mag mich nicht, der kommt bestimmt nicht mit. Melvin behauptet das Gegenteil.

Es ist Mittwoch. Nach dem Ausschlafen fahren wir wieder nach Decatur. Diesmal halten wir in einem ganz schrägen Laden Ausschau nach Kostümen für den “Dooley’s Ball” am Freitag Abend. Wir finden auch zwei exakt gleiche Kostüme, in die wir uns sofort rein zwängen. Es ist eine Mischung aus Clown und Skelett. Leider kneift es zu sehr im Schritt und der Strampelanzug legt sich formschön “in” den Popo. Wir müssen leider auf den Kauf verzichten und stehen weiterhin ohne da. Atlanta DoughnutNach diesem Schrecken müssen wir etwas für unsere Figuren tun und fahren zum “Krispy Kreme Doughnut” Store. Ein Dutzend Doughnuts bestellen wir uns, wovon wir lediglich die Hälfte schaffen.
Atlanta CokeWorldWeiter geht es Downtown Atlanta in die “Coke World”. Es handelt sich dabei um ein Museum über die Geschichte von Coca Cola. Echt super gemacht und interessant. Wir schauen uns alle Werbefilme von früher an und probieren jede Sorte der Coke Company, die es auf dem Globus so gibt. Nach einem kleinen Einkauf im Fanstore geht es dann noch durch die “Atlanta Underground” Passage und zum “State Capitol”, vor welchem eine Demonstration gegen die frühere Sklaverei stattfindet. Atlanta DemoOkay - es ist eine Ein-Mann-Demo - ein eigentlich recht netter Mann fordert von der Regierung eine Entschuldigung dafür, dass seine Vorfahren als Sklaven gehalten wurden. Hupend findet er von einem Busfahrer Untersützung. Wir klinken uns nach einem kurzen Gespräch aus und begeben uns lieber auf die Suche nach dem Drehort der Fernsehserie Matlock - was im übrigen zu keinem Erfolg führte - statt dessen triften wir vom Weg ab in eine Gegend, die mir ganz und gar nicht gefällt und werden von einem Mann gleich erstmal angebettelt und Melvin wird um 1 Dollar ärmer. Ich hingegen streike und wehre mich ihm etwas zu geben.

Atlanta Ryan und KendraRyan und Kendra, meine Freunde aus Kenosha, wollen bald eintreffen, also machen wir uns auf den Rückweg. Über Handy erfahren wir, dass sie schon kurz vor Emory sind und Melvin erklärt ihnen den restlichen Weg. Siegessicher sagt er noch “Ihr seid zwar näher dran, aber wir kennen den Weg.” - was prompt dazu führte, dass Melvin sich erst einmal verfahren hat.

Atlanta Vortex BurgerZusammen mit dem Schweden, Mathias, verbringen wir den Abend in Atlantas besten Burger Restaurant “Vortex”. Wow, die Burger waren echt der Hammer! Atlanta AndreaDen Abend haben wir wieder einmal auf dem Balkon bei einer Wasserpfeife ausklingen lassen, während Elliott uns sein YouTube Lieblingsvideo schauspielerisch vorgeführt hat. Ich erfahre unter anderem an diesem Abend noch was eine “Petting” Area ist!

Atlanta AquariumAm Donnerstag war ausschlafen angesagt. Danach ging es mit Ryan und Kendra in das “Georgia Aquarium”. Beeindruckend! Wirklich! Diese großen riesigen Glasscheiben, hinter denen Haie und Wale ihre Runden drehten. Pinguine und andere Meerestiere. Es war wirklich schön anzusehen. Außerdem habe ich hier dann auch praktisch erfahren was eine “Petting Area” ist!

“The green Lantern” scheint in den USA im Gegensatz zu Deutschland sehr bekannt zu sein. Ich hatte mein T-Shirt mit dessen Logo an und wurde diverse male darauf angesprochen. In aller Smalltalk Manier, die in den USA sehr verbreitet ist und an die ich mich erst sehr gewöhnen musste, da ich es nicht gewohnt bin ein Gespräch genauso abrupt abreißen zu lassen wie es begonnen hat. Aber missen möchte ich diese Konversationsform jetzt auch nicht mehr - das macht Spaß!
Im “Hard Rock Cafe” haben wir uns dann mit einem Cocktail die Kante gegeben - naja ein bißchen tipsy war ich schon.
Atlanta Springer 1Zurück an Emory ging es dann abends zu Jerry Springer, dem bekanntesten Talkshow Moderator in den USA. Früher war er einmal Bürgermeister und so sprach er vor rund 900 Gästen über die amerikanische Politik.Jerry Springer Man mag es nicht glauben, aber es war wirklich höchst interessant und er hat es wirklich super vorgetragen und einige gute Gedankenansätze vermittelt. Der zweite Teil seiner Show bzw. seines Vortrages bestand darin, ihm Fragen zu stellen, welche er sehr ausführlich beantwortet hat. Melvin und ich waren mit Ryan, Kendra, Mathias, Andrea, Elliott, Terez dort und haben eine ganze Bankreihe eingenommen.

Den Rest des Abends haben wir in Atlanta im Sundial verbracht - eine Bar, welche ganz oben in einem Wolkenkratzer untergebracht ist und sich um die Fensterscheiben herum dreht. Damit Terez nicht alleine fahren musste, bin ich bei ihm im Auto mitgefahren und wir haben uns recht lustig unterhalten. Eigentlich so, wie die Gespräche mit allen Beteiligten die ganzen Tage abliefen: Da fast alle deutsch sprachen (bis auf einige Ausnahmen), hatten wir einen komischen Konversationsstil. Teilweise wurde ganz auf Deutsch gesprochen, teilweise ganz auf Englisch. Dann gab es die Methode, dass zwischen einzelnen Wörtern die Sprache gewechselt wurde oder gar einer auf Deutsch sprach und der andere auf Englisch geantwortet hat. Dann passierte es, dass Melvin und ich uns auf Englisch unterhalten haben; manchmal wusste ich gar nicht mehr, welche Sprache mein Gegenüber überhaupt gerade gesprochen hat. Hmm - it was so random!

Am Freitag hat es das erste Mal geregnet und es war zudem das erste Mal kälter als 30°C. Dumm nur, dass Kendra und ich vor unserem Spaziergang zum Supermarkt und zu Starbucks nicht aus dem Fenster geschaut hatten. Guter Dinge spazierten wir nämlich in kurzen Hosen und T-Shirt los, was uns ganz schnell zum vorzeitigen Umdrehen und Kleidungswechsel veranlasste.

Mit Melvin, Kendra und Elliott ging es dann Nachmittags nochmal zum Einkaufen mit dem Auto. Wir brauchten dringend Bier für den Abend. Außerdem wollte Melvin mir das Gewitter in der Obst und Gemüse Abteilung präsentieren. Da dieses nicht sofort kam führten wir einen Regentanz auf - und siehe da! Das Gewitter kam! Kleine Stroboskope lieferten Blitze, aus den Lautsprechern kamen Donnergeräusche und das Obst und Gemüse wurde von Wassersprenklern frisch gehalten.
Atlanta KasseIn diesem Supermarkt habe ich auch das erste Mal eine Selbstbedienungskasse gesehen. Man hat seine Einkäufe selbst gescannt und dann einfach die Kreditkarte durchgezogen - coole Sache. Führt leider nur zu Arbeitsplatzverlust!

Unsere Abendbrot Bestellung beim Bringdienst über das Internet hat irgendwie nicht funktioniert, so dass wir uns selber auf die Beine machen mussten.Atlanta Ente So sind wir bei einem Chinesen eingekehrt. Glaubt mir, ich habe noch NIE so ein schlechtes chinesisches Essen gehabt! Meine Ente war fürchterlich. Furztrocken und ekelerregend! Beim verlassen empfahl Melvin die Ente den gerade hereinkommenden Gästen flüsternd weiter: “Try the duck!”.

Atlanta PotheadDarauf gab es dann zurück im Appartement erst einmal lecker Bier. Melvin und ich legten unsere Kostüme für den “Dooley’s Ball” an, die wir kurzerhand selbst gebastelt hatten! Ein Topf auf dem Kopf und einen überdimensionalen Joint in die Hand. Das war ein Wortspiel-Kostüm. Topf = Pot, Kopf = Head macht “Pothead” - das steht für Kiffer! Ich möchte hier nicht prahlen, aber ich denke aufgrund der Reaktionen der anderen Partygäste behaupten zu können, dass wir eines der besten Kostüme hatten! Im Übrigen war das Wetter wieder schlagartig sonnig, warm und schön.
Atlanta Pothead DooleysWir haben uns an diesem Abend mit zig Leuten fotografieren lassen und lassen müssen. Wir hatten eine Menge Spaß auf der Party. Viele, viele Smalltalks wurden geführt und das Freibier und Essen waren auch gar nicht so schlecht. Melvin und ich haben bis zum Schluss durchgehalten und mit den Zwillingen der Schwimmmannschaft noch lustig auf der Straße hinterher weitergefeiert. Den Schweden haben wir im German Department dann wieder schlafend in seinem Büro aufgelesen und sind mit ihm nach Hause gewandert. Seine stürzende Botschaft des Abends war, nachdem er uns wissen ließ, dass er ganz und gar nicht betrunken sei: “Ficken ist alles!” - und verabschiedete sich den Bordstein hinunter.

Kommen wir nun zum Samstag. Alle außer mir haben noch geschlafen, so dass ich mich alleine auf den Weg zum CVS Supermarkt und zu meinem geliebten Starbucks gemacht habe.Atlanta Fruehsteuck Natürlich kehrte ich pünktlich zum Frühstück mit der WG und ihren Gästen zurück. Ryan (den ich nie wirklich gesehen hatte, weil er mich vermutlich immer noch nicht mag, obwohl er zu meinem Erstaunen wusste, was ich beruflich mache) hatte Frühstück gemacht. Wir schlemmten und schlemmten bis wir fertig waren. Ryan hielt dann eine Lehreinheit über das Setzen eines Semikolons; das war zur Vorbereitung für seine Lehrprobe im Rahmen von “Teaching for America” - oder wie das Programm auch immer heißt.

Atlanta StoneMountainEs ging dann zu einer Wanderung zu StoneMountain - und ratet mal wer Recht hatte, wer nicht mitkam? Ja genau: Ryan! Hatte ich ja gesagt! Also machten Melvin, Ryan (mein Freund aus Kenosha), Kendra, Mathias und ich uns auf den Weg. Wir haben an diesem Tag den größten freistehenden Granitfelsen der Welt bestiegen. Das war echt grandios! Eine herrlich grüne Aussicht über Atlanta bzw. Georgia.Atlanta Gumtree Bei unserer Wanderung nach oben kamen wir an einem “Gumtree” vorbei. Hier haben etliche Wanderer ihre mit Speichel gefüllten Kaugummis hinterlassen. Wir auch!Atlanta German Restaurant Bevor es auf die grüne große Wiese vor dem Felsen ging um eine Lasershow anzugucken sind wir in ein “Deutsches Restaurant” zum Essen gegangen. Da gab es so tolle Dinge wie “Weiner Schnitzel” und “Jeagaschnitzel”, “Berliner Weiss” und “Wurschtplate” . Es hat aber sehr gut geschmeckt!
Atlanta lasershowDie Lasershow war auch toll. Alle haben sich bei schönstem Sonnenschein auf der Wiese breit gemacht und die patriotisch amerikanischen Lieder, sowie die mit Laser dazugehörig erzeugten und mit Feuerwerk untermalten Musikvideos genossen.

Den letzten gemeinsamen Abend haben wir wieder alle zuhause in der WG verbracht und uns bei einem Bier die Bilder der Woche angeschaut und noch eine abschließende Wasserpfeife zu uns genommen. Elliott hat sich, nachdem ich einen “ride” auf ihm hatte, in sein Zimmer eingeschlossen und ist nicht mehr herausgekommen - er ist fürchterlich kitzelig!

Atlanta Bye Ryan KendraUnd dann war er da - der Sonntag! Es war time to say good bye! Zuerst nahmen wir früh morgens Abschied von Ryan und Kendra, welche ihre Rückreise antraten. Nachdem Melvin und ich zwei tolle Lieder aufgenommen haben und den Tag über noch viel geredet haben, hieß es dann auch für mich Abschied zu nehmen. Ich werde sie vermissen, all die lieben Leute:Atlanta Bye WG Andrea, Elliott, Jennifer, Mathias, Terez, Kenosha-Ryan, Kendra und Melvin (zum Glück habe ich Letzteren bald wieder!). Ob ich WG-Ryan vermissen werde? - oh ja, aber immer mit dem Gedanken, wie er mir wohl als nächstes gegenüber tritt. Seine Verabschiedung war auch so ein Fall für sich: Mit dem Fahrrad an mir vorbeifahrend rief er mir zu “Gute Reise!” - weg war er.

Nachdem wir aufgrund fahrtechnischer Probleme drei Mal um den Flughafen gekreist sind haben wir dann auch endlich den Weg hinein gefunden. Nach einer kurzen Verweildauer im Flughafen und der zur Kenntnisnahme, dass mein Flug sich verspätet - das ist ja wie bei der Deutschen Bahn - musste ich mich letztendlich dann auch von Mel verabschieden. Abgesehen von meiner Rückreise, bei der ich aufgrund der Verspätung meines Fliegers meinen Anschlussflug in Paris nicht bekommen habe und umgebucht werden musste und daraufhin mein Koffer nicht mitgekommen ist, war es so eine verdammt noch mal super Woche in Atlanta!

In diesem Sinne: Here comes the choo-choo! It was so random!

Bye, bye Atlanta!


>>> Zu den Fotos aus Atlanta

2 Reaktionen zu “It was so random - Ein Reisebericht aus Atlanta”

  1. Hermione

    What adventures! Thanks heavens the pictures tell a story, because babelfish doesn’t! My favorite part of the translation is: “Elliott is a small savage eddy wind that simply terribly amusingly and revved up is.” Ha! Eddy-wind! By the way, what does “lecker” mean? Anyhow, cool to see ATL through Werner’s and Melvin’s (grammatically anal retentive) eyes.

  2. Katchen

    With babelfish you can´t translate longer texts very well, because there are always many mistakes in it… It´s very funny to translate songs with babelfish! Often the text makes no sense after translating…
    The meaning of “lecker” can be “tasty” or “delicious”, here in Werner´s text it is often used ironic… :-)

    Schulenglisch… Argh… Hoffe man kann das verstehen… Ich hoffe ja mal, dass es für native speakers nicht so schrecklich klingt wie die deutsche Babelfish-Übersetzung:
    Mit babelfish können Sie nicht längere Texte sehr gut übersetzen, weil es gibt immer viele Fehler in ihm… Es ist sehr lustig, Liede mit babelfish zu übersetzen! Häufig ist der Text kein sinnvoll, nachdem er übersetzt hat… Die Bedeutung von “lecker” kann “, hier im Text Werners geschmackvoll” oder “köstlich” sein, den es häufig…:- verwendetes ironisches ist)

    Nur so nebenbei…

    Schöner langer Bericht, habe ihn mit sehr viel Freude gelesen… ^^

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