Dancing with Lumberjacks (09.05. - 03.06.07)
Rabbum. Rabbum. Rabbum.
Ich erwache von dem gleichmäßigen Geräusch, das Reifengummi auf Warnrille erzeugt. „Louise, das ist keine Fahrbahn, das ist der Seitenstreifen!“ Wir befinden uns etwa eine Stunde vom Grand Canyon entfernt auf der Route 66, in der Nähe des kleinen Dorfes Williams, in dem momentan unter beachtlichem Polizeiaufgebot das jährliche Hell’s Angels Treffen stattfindet. Kaum gesagt, schon passiert: hinter uns erscheint ein Wagen mit eingeschaltetem Blinklicht und wir müssen anhalten. Das obligatorische „rechts Ranfahren“ fällt in diesem Fall wohl weg.
Neben dem heruntergekurbelten Beifahrerfenster erscheint ein hochgewachsenes Stereotyp mit Hut, Stern und Sonnenbrille und verkündet, dass es gerne ein kleines Schwätzchen über unser „Fahrverhalten“ veranstalten würde. Bei seinem Wagen. Louise ist nun selbst für eine Schwedin ziemlich blass; ich gehe einfach mal mit.
„Also, Herr Officer, es tut mir so leid, ich habe meinen Führerschein doch erst ein Jahr.“ Officer-Augenbraue Nr. 1 erhebt sich aus der Ruheposition. „Und all die anderen Autos haben hinter mir so gedrängelt, also bin ich nach rechts gefahren, um die vorbei zu lassen!“ Augenbraue Nr. 2 folgt seinem Kumpel in die Diagonale und ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll, als der Highway-Cop schließlich antwortet: „Nein, ich denke nicht, dass da jemand gedrängelt hat. Sie sind nämlich auch dreißig Meilen zu schnell gefahren!“
Na super: speeding auf der Abstellspur. Vielleicht hätten wir gleichzeitig noch Müll aus dem Fenster werfen und unsere Ärsche zeigen sollen. Lust auf mehr Reiseanekdoten?
Fast einen Monat habe ich mich nun mit so vielen verschiedenen Menschen an so vielen verschiedenen Orten getummelt, dass ich eigentlich gar nicht mehr aufnahmefähig bin. Noch eine Woche entspannt mit Tobi die Schwarte an den Strand hängen, und dann bin ich wirklich heim(at)reif.
09.05. - 14.05. - Holzfällerwahnsinn in Gainesville, Florida
(nur ferkelige Männer)
Alles begann mit einem kleinen obsessiven Männerausflug nach Nordflorida. Elliott & Papa Rod, Mathias (der Schwede) und mel verbrachten dort den Großteil ihrer Zeit mal wieder mit zusammenhangslosen Gesprächen über Holzfäller & ihre Liebesgewohnheiten. Highlights beinhalten Camping auf Lumberjackhill (with the original Lumberjacktree), den widerlichen grünen Schleim im Inneren von aufgeknackten Krebsen, den erneut vergeblichen Versuch einer Bartplantage und einen Ausflug in den lokalen Schwulenclub, bei dem der Sching-schang-schong-Verlierer (ohne Obi-Männchen!) ein T-Shirt mit riesigem Elch-Arsch tragen musste.

15.05. - 20.05. - Wüste versus Vegas
…crazy Swedes at the Grand Canyon.
Nach einer interessanten Nacht in einem leer stehenden Studentenschlafsaal (ich habe ja keine Wohnung mehr), flog ich am nächsten Tag von Atlanta nach San Francisco. Meine Reisegruppe: zwei verrückte schwedische Doktoranten Mitte 30. Das Ziel: Las Vegas. Um es kurz zu machen: bäh. Kommt, wir bauen eine kleine Version von Europa in der Wüste nach, mit viel Prostitution und wenig Inhalt. Von außen Neonlicht und Pomp, von innen alles gleich und ab 2 Uhr nachts sieht man nur noch traurige Hausfrauen erfolglos Münze um Münze einschlitzen: in etwa so fröhlich wie Weihnachtsmarkt ohne Glühwein. Der Elvis-Imitator war grottig und für meine fünf Dollar hat der einarmige Bandit nicht mal einen (seiner 5) Finger gerührt… da hat das Speedingticket eindeutig mehr Spaß gemacht.
Eben jenes (wir berichteten) gab es zwischen Vegas und dem Grand Canyon, genauso wie etwas anderes: nichts. Das können wir uns in unserem kleinen vollgestopften Staate gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn für 3 Stunden da absolut NICHTS ist außer Straße, Wüste und dem Auto. Sehr beeindruckend und genau das in 100mal so stark gilt auch für den Grand Canyon. Welch Monument! Welch majestätische Stille! Welch unverwüstliche Ruhe! Manchmal wünschte ich, wir könnten alle ein wenig mehr Grand Canyon in uns tragen.


20.05. - 31.05. - Aschen auf Britney’s Stern
(nur ferkelige Mädels)
Von den Schweden in Santa Barbara vor die Autotür gesetzt, fand ich ganz ohne die ??? meinen Weg durch Los Angeles (wie anders ist doch da Atlanta in ihrer öffentlichen Verkehrsunterbemitteltung!) um in einer kleinen Jugendherberge 3 meiner lustigen deutschen TA-Kollegen zu treffen: Jutta, Kristina & Mai-Britt. Ungezählte Abenteuer standen uns bevor: Aschen auf Britney’s Stern auf dem Walk of Fame, Nicholas Cage winkt uns sehr eindeutig von seinem Motorrad aus zu, ein Foto mit Nicky Hilton (das nichts wird. Haha.), OC California (kennt das irgendwer?), Bagels bei Starbucks, ein 170 $ Park-Ticket im Yosemite National Park und 20.000 Obdachlose im arschkalten San Francisco, was mich ehrlich gesagt sehr wütend macht (die Obdachlosen noch mehr als die Kälte).


Na, wer findet mich?
Jetzt habe ich wahrscheinlich mehr von den USA gesehen als die meisten Amerikaner. Um die weisen Worte des großen Mr. Voss noch weiter um die Welt zu senden: Spaß haben und Leben genießen!
Chuck’s Mom forever,
euer mel
Am 5. Juni 2007 um 18:49 Uhr
Hey Kumpel!
Schön, mal wieder von dir zu hören und dann gleich so viel (wenn auch teilweise ziemlich ferkelig). Fein, dass es dir so gut zu gehen scheint!
Ich freu mich auf dich!
Yve
Am 6. Juni 2007 um 00:15 Uhr
Schön so viel von dir zu hören… Ich hoffe wir sehen uns in eineinhalb Wochen bei Werner… Würde mich sehr freuen… ^^
Am 7. Juni 2007 um 22:19 Uhr
Das hoffe ich auch mein Liebster!!!
Am 9. Juni 2007 um 16:00 Uhr
Wer ist Chucks Mom?
Du hast bestimmt mehr von den USA als die meisten Amerikaner gesehen
Am 11. Juni 2007 um 10:26 Uhr
Merkwürdig. Kaum bin ich mal in Köln treffe ich prompt Kerstin dort. ;-) Mitten in einer Masse von ungefähr ganz schön vielen Menschen beim Konzert von Fools Garden (und Gerhard Schöne und Clemens Bittlinger). War lustig!
Am 11. Juni 2007 um 17:35 Uhr
Naja, auf dem Kirchentag muss man mit sowas rechnen… ;-)
Ich hab ja auch Jan Rose in Hamburg in einer Disko getroffen… ^^
Am 11. Juni 2007 um 22:51 Uhr
@ Eva
die Masse auf dem Konzert bestand aus etwa 12000 Menschen. Ist doch immer wieder schön nette Menschen auf dem Kirchentag zu treffen.
Wir werden uns jetzt ja vermutlich auch wieder öfter sehen, wenn Melvin wieder im Lande ist.
@ Melvin
weniger als 24 Stunden und du bist wieder da. Ich zähle jede Sekunde, die dich mir näher bringt…
Am 11. Juni 2007 um 23:03 Uhr
Ich auch! Ainz, zwai, drrrrrrei…. ahahahahaha. Bis gleich!