melvinteresting Klappe II
Werte Leser!
6 Monate bereist euer Austauschodysseus nun schon fremde Lande. Heute (Montag, 12.02.) in genau 4 Monaten werde ich frohen Mutes zu meinen Freunden & Vertrauten in die alte Welt zurückkehren und gleichzeitig schweren Herzens Freunde und Vertraute in dieser neuen Welt hinter mir zurücklassen müssen. Zumindest geographisch. Also gilt es umsomehr, spannende Momente zu suchen, zu genießen, zu sammeln. Mit Hand & Fuß, im Herzen und auf www.unplaqued.de!
An dieser Stelle geht ein ganz besonders herzlicher Gruß an meinen lieben Freund Herrn Voss, der im vielleicht größten der walisischen Sufflöcher aus seinem Fenster hinaus ein Toyotaplakat anstarren muss. Ich warte auf Berichte großer fremdländischer Dreistigkeiten, lustiger Taten und weitreichender Erlebnisse!
Liebevoll geht ein leicht neidischer Blick nach Kanada, wo man erstens Zeit für ausgiebige Wochenendendausflüge hat und zweitens ab Freitag nicht mehr alleine im Bettchen liegt und vor Sehnsucht kaum ein Auge zu, geschweige denn zwei Arme auf die Bettdecke bekommt.
Ich winke auch nach Neuseeland, zu André und Suse. Verdammt, Kumpel, ich hätte dich so gerne vorher noch mal gesprochen, aber du bist mir entwischt. Selbst schuld, wenn du gesichtswurstwerfend in Erinnerung bleibst!
Aber genug von all den Leuten - erstens sind wir hier nicht in der Kirche und zweitens erzähl ich jetzt wieder was von mir.

Meine Tanzklasse. Weniger Zopf = mehr leckere Schnitten.
Ich will auch ein cooles blaues Cap.

Breaking News:
- Fast verjährt aber unvergesslich: am 27.01. war ich in einer amerikanischen Version des B58 mit Valerie auf dem Konzert einer unglaublich experimentellen Band mit einem Falsett-Sänger, einem Techno-DJ und einer Cellistin. Dort gab es eine Polizistin, die so hübsch war, dass viele sie für eine Stripperin hielten und als ich aus dem Klo kam, versuchte eine mindestens 40 Jahre und 2 Promille alte Schrappnelle mich zu küssen. Nach Hause ging es in einem Taxi voll Mädels aus Kasachstan.
- Musik: Der Chor ist fantastisch, der Dirigent ein wahrlicher Komiker. Die Carmina Burana enthält unter anderem ulkige deutsche Texte - auf dass die Königin von Engeland in meinen Armen läge! Auch die Band legt vor, wir haben schon einmal bei Matt im Jungenschlafsaal und einmal nachts in meinem Büro geprobt. Unser größter bisheriger Hit: Amadeus, Amadeus!
- Hocherfreut: Adrian schickte mir eine DVD von David Hasselhoffs grandioser Broadway-Performance des Musical-Klassikers Jeckyll & Hyde. I’ve been looking for Freeaaaaargh… NIGHTRIDER!

- Die neuen Haare haben in der Tat erstaunliche Wirkung: erst werde ich von einem (hypothetischen) Mädchen (hypothetisch) auf eine (hypothetische) Date-Party eingeladen… dann von einer Deutsch-Studentin zum geburtstäglichen Hot Yoga. Beides ist in keinem Falle verwerflich[-er als es klingt], Zweiteres dafür wie tausend Tode. Zumindest, wenn man wie der werte Herr Autor normalerweise nicht mal ans eigene Knie fassen kann, ohne die Beene krumm zu machen. Das wird auch nicht besser, wenn man es in so einer Art Sauna etwa 90 Minuten lang versucht. Immerhin: ich war tapfer, denn nebenbei bemerkt ist Yoga einfach am Hodenträger vorbei konzipiert. Das einzige mal, als ein zaghaftes “Na endlich, klappt ja prima!” durch meinen Geist wanderte, brach die Trainerin in schallendes Lachen aus… den ganzen Tag danach fühlte ich mich so leicht und ausgeglichen wie nie. Dass niemand vor der anschließenden Party duschte, verschweige ich. Dass, wenn man jeden Muskel im Körper anstrengt, am nächsten Tag auch jeder Muskel wehtut, bestätige ich*. Jill, Kanne, Werner - ich weiß schon, was wir machen (und was ich vorher übe).
* Donnerstag habe ich dieses Mächen in meinem Tutorium. Wenn ich mich dann immer noch fühle wie der gestiefelte Muskelkater, dann wird es wohl mal ein paar zärtliche Sonderaufgaben geben…

Idioten in Unterhosen. - Die Jugendarbeit fehlt mir hier sehr. Nicht nur diabolisches Pläneaushecken mit Tobi oder all meine anderen Freunde, einfach auch die Art des Zusammenseins, des Schaffens & Miteinanders, die Offenheit der Kinder, Reiners charmantes Chaos. Also ging ich letzte Woche zu Bread’s Coffeehouse, einer kleinen & kostenlosen, chrislichen Kaschemme inmitten des größtenteils jüdischen Campus. Ich will nicht sagen, dass es schlecht war. Es gab Musik, Käffchen, selbstgemachtes Eis, offene Gespräche… aber alle waren verdammt noch mal zu nett!!! Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen, denn echte offenherzige Freundlichkeit ist eine bewundernswerte Tugend - andererseits ist doch diese wahre Freude jemanden zu sehen, tiefes Vertrauen und Nähe auch etwas, das man sich verdienen und erarbeiten muss. Denn: wenn die schon zu mir (einem Fremden) so unglaublich nett sind, was machen sie dann mit ihren Freunden? Oder anders: wenn die schon zu mir (einem Fremden) so unglaublich nett sind, dann will ich gar nicht wissen, was sie eigentlich mit Freunden machen. Ich verließ das Gebäude leicht taumelnd - vielleicht auch schwebend - auf der Suche nach jemandem, der mich herzlich beschimpft. Hey, möchte von euch mal jemand nach dem Tod so ein schrumpelig-fetter Babyengel mit Winzpimo und einem albernen Popelbogen werden? Nein, meine Seele bleibt bei der Propstei: Geliebter Sauhaufen! Wie wäre es Pfingsten eigentlich entweder mit ‘MOMO‘ (eine grandiose Gesamtwelt, die man dort schaffen könnte… Kinder, graue Herren, Meister Hora,…)? Noch besser: der ‘STRUWWELPETER‘. “Und jetzt treffen sich alle Daumenlutscher da drüben bei Christoph mit der Heckenschere!” (Stationenspiel)

Verlockendes Angebot… aber… nein. - Letzten Samstag fand hochzelebriert an der Uni der Emory Founder’s Ball statt. Ich war da - und ich sah gut aus: in Opas altem Hochzeitsanzug. Das macht mich ehrlich stolz, mann, in diesem Jackett hat mein lebenserfahrener, weiser, witziger OPA geheiratet und nun kann ich es tragen und es passt perfekt. Doch, das macht mich stolz.

- Valentine-Bashing: Ich Thor! Bildete ich mir doch tatsächlich ein, ich könne mit den Waffen rheinischer Fröhlichkeit der plündernden Floristenarmee des finsteren Herrn Valentin einen (Herz-)Schlag verpassen - doch all die feigen Sklaven idologisch-hegemonialer Pantoffelherrschaft ließen mich im Stich. Statt der normalen Quote von 30 Studenten waren wir dieses mal nur 15… trotzdem war’s ein spaßiger Abend mit diesem gutgelaunten & aufgeweckten Haufen!



Das waren mal wieder meine wortreichen news - in fremden Landen sind halt auch all diese Kleinigkeiten oft faszinierend anders und zurück in Deutschland werde ich mich hüten, darüber zu bloggen, wenn mich im Joker eine besoffene Midlifcrisis anbaggert.
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Grüße und verstohlenes heimliches Bloglesen mit dem Laptop unter der Bettdecke. Stay classy, San Diego!
euer mel


Am 15. Februar 2007 um 22:55 Uhr
MOMO ist gebongt… Tobi schlug es vor und mit 22 Stimmen haben wir es mit deutlichem Abstand zu den außerirdischen Kohlköpfen zum nächsten Thema gewählt… Ich werde mit meiner hübschen Digicam die ich zu Weihnachten bekommen habe viele Fotos in der Vorbereitungsphase und in der Durchführung machen um es zu dokumentieren… ;-)
Hast du da auf dem Foto tatsächlich Beck´s in deinen Händchen??? Selbst importiert oder vor Ort gekauft?