Zum Jahre-Wechsel: Haare-Hechsel!
“Der Zopfträger ist eine wandelnde Notrufsäule, die beständig bei sich selber auf den Knopf drückt“, so fasste Wiglaf Droste es in Worte. Als ich am 08.11.2006 morgens schweißwütend im Badezimmer stand und verzweifelt versuchte, ein nass-widerliches Lockengespenst aus der seit Auszug im Bültenweg selbst zu putzenden Badewanne zu rasieren (tatsächlich ähnelte sie an jenem morgen mal wieder mehr einer regennassen Achsel als denn einer kommhierreinladenden Porzellanschüssel), wusste ich: er hat Recht. An diesem Tag wurde ich 24 Jahre alt, der Zopf feierte sein 12. Dienstjubiläum. Wisst ihr, was das heißt? Ich habe die Hälfte meines Lebens in der von Droste beschrienen selbstverschuldeten Unmündigkeit beim Fähnlein Fieselschweif verbracht! Zeit, sich zu befreien:
“Wie ein Zopf den Kopf verlor“.

Urlaub in Braunschweig. Mal was Neues: über die Ferien in die Löwenstadt. Mit einem Tag Verspätung kam ich an, hatte in der Nacht zuvor bemerkt, dass angegebenes Abflugdatum bei einer 10stündigen Reise ostwärts selten auch das Ankunftsdatum ist und dass ich ein Idiot bin. Eine echte Gesichtswurst. Einer, der seine Freundin 10 Minuten bevor sie gutgelaunt ins Auto Richtung Flughafen steigt (auf den Lippen schon: “Arriving on a Jetplane”) anruft und sagt: Schatz, ich habe mich vertan, ich komme erst morgen. Das gab zur Strafe erstmal einen mit der Zeitung (damit ich nicht handscheu werde) und dann war ich da: einfach mal wieder zu Hause. Nieselregen, Fußgängerzone, Currywurst: zu Hause! Meine ganz fantastische Kerstin, Mama, Papa, Familie, alle Brüder, viele Freunde, das erste mal an Weihnachten den gewünschten Kartoffelsalat mit Würstchen. Na bitte, man muss sich nur rar genug machen.
All das ist wundervoll aber doch nur Beiwerk zu dieser Geschichte, wenn es doch um die Mission geht. Am 28.12. war es soweit: OP Meerenge bringt Abikumpels ans Steinhuder Meer, Beerpong nach Deutschland und einen strategischen Plan zur Enthaarung der Region. Seht selber:
Alles noch beim Alten. Letzte Chancen sich anzustecken werden emsig genutzt. Man reibt sich regelrecht mit meinem Schopfe ein. Alle wollen mal. OP Goldlocken: Das Eichhörnchen wird zuerst abgefüllt und dann gefärbt. Pfui Schlüpfer. Einstein Junior steht zur Schur bereit. Am besten die Zunge gleich mit ab. Da geht er, der letzte Zopf des Jahrgangs. Ab das Zauberhaar. Aus Barbie wird Ken. Fast jeder schneidet (sich) ein Stück ab; es tut doch weh. Daniel zieht durch bis auf den Skalp, Neid ist ein naheliegendes Motiv.



Was nun? Ratlos stehen wir vor den Ruinen unserer Taten. Ich will kein Samson sein. Aber wer bin ich denn schon, so völlig zopflos?
Geläuterter Poet?

Nein: alter mel in neuem Design!

Bleibt zu erwähnen, dass man in jener Nacht einen sturztrunkenen Adrian mit entblößtem Feiglingspopo durchs Dorf strömern sah. Es wurde allerhand Schabernack gemeldet.
Ich soll zum Ende kommen, denn schließlich war der gute Bloggervorsatz für dieses Jahr: kürzere, knackige Beiträge und mehr Kommentare abgreifen. Geht gleich morgen los. Was ich aktuell mache? Nun, ich entschied, dass ich einen Mann, der am Flughafen einen abgeschnittenen Hinterkopf aus dem Handgepäck zieht und sagt: Das auf dem Passfoto bin wirklich ich, hier ist er! sofort verhaften würde und kam (auch) ohne diesen Kniff gut zurück nach Atlanta, wo ich ein letztes Mal die Bade-Achsel brandrodete. Der Abschied - gerade von Kerstin - war beim zweiten mal viel lässiger, wir wissen ja jetzt, dass wir es schaffen. Da hier noch nicht viel los ist, werde ich in den nächsten Tagen ein paar alte Bericht-Schulden abarbeiten und mich weiterhin freuen, dass so eine Veränderung auf dem Kopf perfekt vom weihnachtlichen Bauchansatz ablenkt.
All euch Freunden & Familie: danke, für die schöne Zeit in der Heimat! Und auf einige, die ich nicht sehen konnte, freue ich mich um so mehr… sehr bald im Juni. Also: jawoll.
Euer mel (Version 2.0)

Am 17. Januar 2007 um 02:13 Uhr
Krass…
ich…mir fällt nur noch sowas wie lorem ipsum donem ein….
also….äh…sprachlos.
Mußt ganz schnell bekanntgeben in welchem
Museum man das Gelockte findet!!!
Gruß nach 33° 38′ 23″ N 84° 25′ 40″ W
Sebastian
Am 17. Januar 2007 um 08:28 Uhr
Hehe das Lustige an der Sache ist ja: AUF EINMAL HABE ICH VON ALLEN BRÜDERN DIE LÄNGSTEN HAARE :D
Am 19. Januar 2007 um 21:30 Uhr
Bah, das ist ja fürchterbar… Abschneiden, okee, aber FÄRBEN??? Das geht ja gar nicht, ich verabscheue Leute, die nicht zu ihrer echten Farbe stehen, pfui… ;o)
Ja, ganz recht, mein Erdbeer-Rot ist genauso echt wie die Farbe des Ex-Kanzlers… ;o)
Find ich echt mutig dir die Haare zu schneiden… Ich bin mir sicher, dass nun die ohnehin schon recht häufigen Verwechslungen mit dem A noch zunehmen werden… Kann aber sicher auch seine Vorteile haben… :o)
Am 21. Januar 2007 um 12:56 Uhr
Ich habe noch Restzopf!
siehe meine Versteigerung bei eBay…
Am 21. Januar 2007 um 14:11 Uhr
Oh nein… jetzt kann die Haacks wohl nicht mehr auseinander halten… Wei o wei. da bin ich aber gespannt…
Hast du’ wenigstens nochmal nachschneiden lassen, von Menschen die das gelernt haben!? :-D
Gruß, I.C.
Am 22. Januar 2007 um 09:58 Uhr
Ich glaub bei den Locken ist das egal ob man gut schneidet oder nicht, fällt wahrscheinlich eh nicht besonders auf… ;-)
Am 27. Januar 2007 um 22:08 Uhr
Ich bin grad nur a bissl geschockt…*hihi*
Aber ich glaube(und hoffe vor allem) dass man euch dennoch auseinanderhalten wird…
Ganz lieben Knuddel, Kira
Am 28. Januar 2007 um 00:02 Uhr
scheiße was hast du mit deinen haaren gemacht?! du siehst aus wie A! schäm dich!lass sie wieder wachsen!