Welcome to Starbucks Germany
Ich kann es gar nicht glauben. Vermeintlich den USA entronnen (in den Augen glänzt schon die Fußgängerzone) erwartet mich in meiner kleinen Heimatstadt eine mall. Man stehe dazu wie man will, ich bin ein Fan von freiem Himmel über meinem Kopfe; hier finde ich lediglich Poster von Blumen am Innenspringbrunnen… und Starbucks.
Eine Auseinandersetzung mit blind kopierter amerikanischer Verkaufs-Freundlichkeit (!) auf Türkisch-Deutsch (!!):
“Waswilsdu?” - “Einen großen Milchkaffee, bitte.”
“Wieheisdu?” - “Herr Haack.” - “Was?!” - “Melvin.”
“Mitnemodableibsduhier?” - “Ich bleib hier” (Du auch?).
- zisch -
“Eine grose Milschkafe für MEEEELViiiiiiN!”
Wie Jill anmerkt: bei den Amerikanern wird nach dem Namen gefragt, wenn großer Andrang herrscht, so dass man die beschrifteten Becher einfach der entsprechenden Person zuordnen kann. Im deutschen Abbild wird auch der Name durch den Raum gebrüllt, wenn niemand sonst da ist. Naja, immerhin gibt es einen Porzellanbecher statt wieder mal MüllMüllMüll. Ich sehe mich jetzt schon in der Hölle brennen für (auf?) dem riesgen Haufen an Starbucks-Pappbechern, den ich produzierte.
Tatsache. Ich bin also wieder da. Kaum 4 Tage war ich im Lande, da hockte ich schon wieder im Zeltlager, die Woche danach in Wien. Emory hat einen Sommeraustausch dorthin und so konnte ich gutgelaunt liebe Freunde und Studenten noch einmal sehen, für 2 € in die Oper gehen (70 mal Stehplatz oder 1 mal Sitzen… und seit Kurzem gibt es dort kleine Kästen, die Untertitel anzeigen! Oder Witze.) und dann schweren Herzens wirklich die vorerst letzten Abschiedsreden schwingen. Zwei Dinge sind mir seither besonders aufgefallen.
Erstens: Freundschaften fühlen sich an wie eh und je, so stark und echt, als wäre ich gar nicht weg gewesen. Und doch habe ich gleichzeitig innerlich so ein Gefühl, als wäre ich für mich auf meinem eigenen Weg ein paar Schritte weiter gegangen.
Zweitens: Ich kenne Deutschland und weiß, wie der Hase hier läuft, schläft, wohnt, rammelt, isst. Trotzdem spüre ich die Wirkung des umgekehrten Kulturshocks. Weil Dinge zwar gewohnt laufen, aber doch anders.
Lasst mich euch noch schnell ein paar Fotos zeigen, vor allem auch vom letzten Abschnitt meiner Reise: “Mit Tobi in den Tropen“. Miami, Key Largo, hässliche Hawaii-Hemden, ein Zelt in Gebärmuttergröße und viele kleine Ausbildungsmücken namens Nosee’ems.



Verrrückter Parkranger in den Everglades. Hm, jede Menge Mosquitos.

Riff-Schnorcheln in Key Largo.

Mit Alex in der Oper. Im roten Hemde (natürlich).
Wie geht es denn jetzt weiter mit eurem Lieblingsblog? Nun, niemand wird sich dafür interessieren, was ich hier in Deutschland an tollen Dingen erlebe; das ist einfach nicht exotisch. Freut euch also auf Lieder, Gedichte und sicher auch mal eine kleine Geschichte. Aber halt: das Abenteuer USA ist noch nicht vorbei! Ich glaube kaum, dass es ein vollkommenes Fazit oder eine Rechnung unterm Strich geben sollte (kann) - diese Zeit einfach zu komplex für Deckel drauf und hat sich - trotzdem werde ich mir gerade mit größer werdendem Abstand ein paar kleine zusätzliche Betrachtungen sicherlich nicht verkneifen können.
Also: auf bald. Hier.

Am 2. Juli 2007 um 14:57 Uhr
Hey Mel, SChnorcheln ist was wunderbares, ne? Freut mich dass du wieder im Lande bist. Hoffentlich sieht man sich bald mal wieder. Liebe Grüße, Niki
Am 2. Juli 2007 um 21:55 Uhr
Jaja, Starbucks… Die hören da im Schloss auch UNGLAUBLICH gut zu… *hmpf* Naja, den falschen Frappuccino gabs gratis mit dazu… :-)
Am 5. Juli 2007 um 14:48 Uhr
Hi! Great pictures — particularly love the flying Alex! We’ve been missing you here, but I got a little melvin reminder a few days ago in the form of a box of gourmet pita chips. :) Made me all warm and fuzzy for the day — thank you. Hugs, you grose Milschkafe, you!
Am 6. Juli 2007 um 15:41 Uhr
Hey Mel!
Ich freu mich sehr auf deine Fazits / abschließende Meinungen. Aber noch viel mehr freu ich mich, dich am Mittwoch in Toronto zu sehen! Auch wenn du deinem Bruder jetzt schon viel ähnlich siehst, hast du mir trotzdem ganz schön gefehlt, Kumpel! Freu mich wieder bald in Braunschweig zu wohnen und vor allem eine Starbucksbestellung auf türkisch abzugeben: einmal Kaffee mit ohne alles! HAHA!
Bis nächste Woche!
Andy